+++ Praxistipps für die Beratungs- und Unterstützungsarbeit mit Geflüchteten +++

Solidarität und Unterstützung müssen praktisch bleiben

Die weltweite Ausbreitung der COVID-19-Erkrankung hat ab März 2020 auch in Deutschland zu weitreichenden Auswirkungen und zunehmenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens geführt. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung bringen tiefe Einschnitte in den Alltag jeder Menschen und der gesamten Gesellschaft mit sich. Die Krise betrifft uns alle, aber sie betrifft uns nicht alle gleich.
Besonders betroffen sind u.a. geflüchtete Menschen, die hierzulande teilweise unter hygienisch und gesundheitlich katastrophalen Verhältnissen in Sammelunterkünften leben müssen und vermehrt Risikofaktoren ausgesetzt sind. Räumliche Enge und fehlende Privatsphäre machen ein Einhalten der allgemeinen Vorsorgemaßnahmen unmöglich und beeinträchtigen die gesundheitliche und psychosoziale Situation erheblich. „Social distancing“ und ein „Rückzug“ in das eigene Zuhause ist für viele dieser Menschen nicht möglich. Zudem fehlt es an zuverlässigen aktuellen mehrsprachigen Informationen. Darüber hinaus hat die Situation auch Auswirkungen auf die direkte Unterstützungsarbeit von und mit Geflüchteten. Vielerorts müssen sich Beratungsstellen und -angebote mehr und mehr zurückziehen. Sie sind für Geflüchtete nicht wie gewohnt zugänglich, können nicht mehr vor Ort und persönlich stattfinden. Auch Projektarbeit, kunsttherapeutische Angebote, gemeinsame Freizeitausflüge, Sprachkurse oder Frauencafés können derzeit nicht durchgeführt werden. Insbesondere sind auch selbstorganisierte Gruppen, die auf regelmäßigen persönlichen Treffen und teilweise auf lang aufgebauten Strukturen basieren, gefährdet.
Für viele ist es nun entscheidend, ein Minimum an Beratung, an Unterstützung und Austausch zu ermöglichen. Einzelne Beratungsstellen und Projektverantwortliche haben bereits alternative Wege gefunden, wie sie ihre Angebote für Geflüchtete aufrechterhalten können. Auch wenn nicht alle die dafür notwendigen Voraussetzungen erbringen oder sich für neue Formate öffnen können, für viele könnte die internetbasierte Kommunikation auch einen Ausgleich bieten.
Die vorliegende kleine Arbeitshilfe vom Paritätischen soll daher ermutigen, aus der aktuellen Situation heraus ggf. neue Wege zu gehen, Zugänge zu Informationen für Geflüchtete aufrecht zu erhalten bzw. zu erleichtern sowie alternative Kommunikationsstrukturen und digitale Formate auszuprobieren, um die bisherige Unterstützungsarbeit sowie neue Projektideen weiterhin umsetzen zu können.

Praxistipps zu Rahmenbedingungen und Nutzung onlinebasierter Kommunikation zum Download (pdf)

 

Zurück